– Die MENTALITÄT –
Körper, Geist und Seele gehören zusammen. Nur wenn sie miteinander im Einklang sind können wir unseren ganz eigenen Weg gelassen und kraftvoll gehen.
Mehr Gelassenheit leben ist heute leichter gesagt als getan.
Sehr viel Unruhe und Unsicherheit bestimmen den Alltag. Es ist nicht leicht in der Mitte zu bleiben, ganz bei sich zu bleiben und gleichzeitig empathisch das Außen zu betrachten.
Wie können wir es schaffen, das Außen, die Gegebenheiten nicht zu ignorieren und gleichzeitig ganz bei uns zu bleiben?
Es ist ein dauerhafter Weg, es ist der Weg des Lebens. Immer wieder werden wir Phasen haben in denen alles läuft und alles gelingt und dann gibt es Zeiten in denen gar nichts funktioniert. Das Leben ist wie die vier Jahreszeiten. Es wird immer wieder Regentage, Kälte und Sturm geben. Es geht darum zu lernen, wie wir damit umgehen.
Um den Weg der Gelassenheit zu gehen braucht es Ehrlichkeit.
Ehrlich uns selbst zu betrachten, und wir müssen uns eingestehen, wo wir gerade stehen, also auf welcher Entwicklungsstufe wir stehen. Ohne diese Ehrlichkeit und das Wissen, wo ich in meiner Entwicklung stehe, verstricken wir uns in Schuldzuweisungen.
Die Umstände sind Schuld, andere Menschen sind Schuld. Dieses Schulddenken bringt niemanden weiter und sorgt nur für Stillstand. Nur jeder für sich selbst kann etwas verändern in seinem Leben.
Entscheidungen was für das eigene Leben richtig ist liegt bei jedem selbst
Du hast die Möglichkeit über andere Menschen Tipps und Hinweise zu bekommen, und das sollte auch unbedingt jeder nutzen. Die Entscheidungen was für das eigene Leben richtig ist liegt bei jedem selbst. Kein anderer kann für dich die richtigen Entscheidungen treffen, auch nicht die Eltern oder Freunde. Wenn du selbst in deiner Entwicklung voran gehst, Neues lernst, ausprobierst und dich auch immer ein bisschen forderst (das ist das unangenehme „Komfortzone-erweitern“) veränderst du dich zum Positiven, zum Kreativen und offenen Menschen. Auf einmal siehst du Möglichkeiten, dir kommen Ideen, die Motivation steigt und du bekommst Lust auf die Dinge, die du wirklich gerne machst. Du wirst anfangen mehr und mehr der eigenen Freude zu folgen. Andere Menschen werden dich beobachten und vielleicht werden sie dich erst einmal belächeln.
Du kennst den Prozess: Erst Lachen sie, dann bekämpfen sie dich, dann wird es still und dann fragen sie dich um Rat und folgen dir.
Mit der inneren Gelassenheit wird dir das nichts ausmachen und du gehst deinen Weg. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dass sie dir folgen und dich um Rat fragen, wirst du ihnen helfen, denn du verurteilst sie nicht.
Werden Menschen die dir heute etwas bedeuten sich von dir abwenden?
Ja. Das wird passieren. Du wirst jedoch erkennen, dass alles ein Wandel und eine Veränderung ist.
Mit der eigenen Weiterentwicklung passt es mit dem ein oder anderen einfach nicht mehr. Jeder geht seinen eigenen Weg. Menschen verabschieden sich, andere kommen.

Ich habe angefangen mit meiner Beobachtung.
Ich habe Umstände und Situationen beobachtet und dabei war, bzw. bin ich mit dem Fokus bei mir.
Was macht es mit mir? Wie fühle ich mich? Ein gutes Übungsfeld ist zum Beispiel das Einkaufen gehen, wenn es an der Kasse lange dauert oder ich einen Termin habe und jede Ampel auf rot steht. Früher habe ich der langsamen Kassiererin die Schuld gegeben oder – tatsächlich – den roten Ampeln.
Doch wer war für meine Hektik verantwortlich? Doch nur ich selbst. Ich bin zu spät losgefahren und kein anderer. Sei ehrlich mit dir!
Das Beobachten hat mir geholfen erst einmal meinen Ist-Zustand herauszufinden.
Dann habe ich aufgehört zu Interpretieren
Danach ging es weiter. Ich habe bemerkt, dass der größte Teil meines Ärgers oder schlechter Laune den Ursprung in der Interpretation hatte. Ich habe Situationen nach meinen Vorstellungen interpretiert. Das blöde daran war nur, nicht alles läuft nach meinen Vorstellungen. Heute habe ich dieses Gefühl nur noch sehr selten, weil ich weniger (gar nicht mehr wäre natürlich besser) interpretiere. Jede Interpretation ist eine Bewertung.
Technik von Wilhelm von Ockham – Ockhams Rasiermesser
Eine Technik hatte ich oft im Kopf. Sie hat mich beruhigt und ich habe viele Dinge nüchterner betrachten können. Ich habe die Lehre von Wilhelm von Ockham angewendet. Ockhams Rasiermesser besagt:
- 1Von mehreren möglichen Erklärungen für ein und den selben Sachverhalt ist die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen.
- Eine Theorie ist einfach, wenn sie möglichst wenig Variablen und Hypothesen enthält.
Grundsätzlich geht es also darum: Wenn etwas vor mir sitz, das läuft wie eine Ente, schnattert wie eine Ente, wird es ziemlich wahrscheinlich eine Ente sein.
Doch wie habe ich das jetzt auf mich übertragen?
Ich habe es für mich ein bisschen abgewandelt, um aus der Bewertung heraus zu kommen.
Das einfachste Beispiel ist der Regen. Wenn es anfängt zu regnen und das bei einer geplanten Gartenparty, bin ich am Schimpfen und ärgere mich über den Regen. Warum ausgerechnet jetzt?
Wenn der Regen nach einer langen Trockenzeit fällt und ich nicht die Zeit aufwenden muss die Pflanzen zu gießen, freue ich mich.
Ärger und Freude entstehen durch meine Bewertung. Es bleibt das Gleiche, es ist einfach nur Regen, nicht mehr und nicht weniger.
Wenn die Dinge nicht so laufen wie wir es uns vorgestellt haben sind wir ärgerlich oder sogar wütend. Wir nehmen uns jede Chance flexibel und offen auf die Umstände zu reagieren.
Ein weiterer Schritt war für mich das „persönlich nehmen“.
Wir sind schnell beleidigt oder regen uns auf über Sätze die uns gesagt werden oder über negative Kritik.
Ich habe angefangen alles zu nehmen und erst einmal zu prüfen. Stimmt es was der Andere gesagt hat, könnte es sein, dass er Recht hat? Wenn ja bin ich dankbar (auch wenn die Phase des beleidigt seins etwas dauert) und kann damit arbeiten. Ich kann mich verändern und es anders machen.
Findet eine Aussage jedoch gar keine Resonanz in mir, lasse ich es bei ihm. Ich muss ja nicht jedes Geschenk annehmen. Nur weil jemand anderer Meinung ist muss es für mich, für dich, für uns alle nicht richtig sein.
Falls es ein ganz fremder Mensch ist, lasse ich es ganz bei ihm.
Dazu ein Beispiel:
Ich bin vor einigen Jahren eine Zeitlang Taxi gefahren. Ich hatte eine ältere Dame zum Einkaufen gefahren. Sie brauchte einen Rollator. Ich fuhr also so dicht an die Eingangstür wie es möglich war und brauchte einen Moment ihren Rollator aus dem Auto zu holen und wie du dir vorstellen kannst, war die Kundin auch nicht ganz so flott unterwegs.
Genau in dem Moment kam ein Fahrradfahrer und musste meinem Auto ausweichen. Er schimpfte und brüllte mich sehr persönlich an. Das Paradoxe daran war, dass überhaupt nichts los war. Es war früh am Morgen, wenig Autos.
Ich habe es bei ihm gelassen. Meine Gedanken waren: Er ist auf dem Weg zur Arbeit, die er nicht mag. Jedoch habe ich ihm innerlich recht gegeben, denn ich stand ein bisschen schief am Straßenrand. Doch einen Meter mit dem Fahrrad auszuweichen bei leerer Straße und sein wütend sein, passten überhaupt nicht zusammen. Es hat mich nicht verletzt, ich habe mir keine Gedanken mehr darüber gemacht, ich war entspannt. Ich habe die Situation für mich geprüft und kann sagen: Ja, er hatte Recht. Doch ich würde mich wieder so hinstellen um eine älteren Dame mit Einschränkungen beim Laufen den kürzesten Weg zu ermöglichen. Ich habe die Situation und die Umstände geprüft.
Auf diese Art beobachte ich mich und die Welt die mich umgibt. Ich nehme meine Gefühle und Emotionen war. Ich hinterfrage und wende Byron Katies Technik an: Ist das wirklich die Wahrheit?
Gelingt mir das immer? Auf gar keinen Fall. Alte Muster zeigen sich gerne immer mal wieder. Jedoch kann ich jetzt anders damit umgehen und komme schneller heraus.
Ein ganz kleiner Tipp mit großer Wirkung:
Atme tief in den Bauch ein und aus. Atme durch und lass Entspannung in deinen Körper fließen. Du spürst wie sich die Anspannung löst und du wieder klarer denken kannst.
Das waren meine ersten Ansätze mit denen ich gestartet bin. In einem folgenden Artikel gehe ich auf weitere Möglichkeiten ein. Alles fließt in einander und wir müssen Körper, Geist und Seele vereinen um Gelassenheit zu entwickeln. Lassen wir eines außer acht, läuft das Rad nicht rund.